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26.05.

Neue Artikel zum Download

Achim Trube (Lehrstuhl für Sozialpolitik, Arbeitsmarktpolitik und Sozialadministration an der Universität Siegen) setzt sich in dem Artikel >> Casemanagement im aktivierenden Sozialstaat<< kritisch mit der Rolle des Casemanagements innerhalb neuer sozialstaatlichen Rahmenbedingungen auseinander. Casemanagement als eine potentiell partizipative und ergebnisoffene Methode des Empowerments verwandelt sich durch die Einbettung in ein System des „Förderns und Forderns“ und der Arbeitsmarktzentrierung rasch in ein Instrument der gesellschaftlichen Exklusion und Marginalisierung. Die Soziale Arbeit, welche im Casemanagement oftmals einen vermeintlichen Weg zur eigenen Professionalisierung ausmacht, droht dadurch zu einem Exekutionsorgan einer sozialregulatorischen Regierungstechnik zu werden.



Heinz-Jürgen Dahme und Norbert Wohlfahrt beschäftigen sich in ihrem Artikel >> Neue Sozialstaatlichkeit in Europa<< mit der Transformation europäischer Sozialstaatlichkeit vom „marktkorrigierenden zum aktivierenden Staat.“ Dahinter verbirgt sich ein Paradigmenwechsel in dessen Folge nicht mehr die sozialpolitische Verantwortung für den Einzelnen, sondern die Verantwortung des Einzelnen für das so genannte „Gemeinwohl“ im Mittelpunkt steht. Grundsätzlich ist auch von einer Rückkehr des Staates zu sprechen, der sich durch Konzepte des „Förderns und Forderns“ wieder aktiv gesellschaftspolitisch engagiert. Damit verändern sich auch die Anforderungen an die Sozialarbeit, der die Aufgabe zugewiesen wird diese zumeist arbeitsmarktzentrierten Programmatiken umzusetzen. Als Folge droht der gesellschaftspolitische Anspruch der Sozialarbeit massiv an Bedeutung zu verlieren und auch der einzelne „Fall“ gerät in Gefahr auf die Durchsetzung vorgegebener Verhaltenstandards beschränkt zu werden. Diese Entwicklungen führen gemeinsam mit den zahlreichen management-orientierten Strukturreformen dazu, dass professionelle Selbststeuerung vermehrt als organisatorischer und programmatischer Störfaktor wahrgenommen wird.



Wolf-Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Sozialarbeit und Professor am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen, beschäftigt sich in seinem Artikel >> Wirtschaften müssen wir allemal<< mit der Beziehung von Ökonomie und Sozialarbeit. Er plädiert hierbei für einen weit gefassten Ökonomiebegriff im Sinne eines „[…] rechten Haushaltens und pfleglicher Verwaltung des Zusammenlebens.“ Daraus wird gefolgert, dass eine Sozialarbeitswissenschaft ökonomische Fragen von vornherein mit zu bedenken hat. Ausgangspunkt ist eine soziale Wohlfahrtsökonomik, deren Mitglieder nicht ausschließlich einer Logik der individuellen Nutzenmaximierung folgen. Im Anschluss daran wird die These vertreten, dass die Sozialarbeit durch die ökonomische Darstellung ihrer Wohlfahrtsproduktion eine Gegenstrategie zur fremdbestimmten Ökonomisierung entwickeln kann. Es gilt daher die Ökonomie nicht nur mitzudenken, sondern zu zeigen, dass das Soziale auch ökonomisch zu verantworten ist.

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